Matthias Schäfer im Gespräch mit mit Tobias Wald, wohnungsbaupolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion und der Leonberger Landtagsabgeordneten Sabine Kurtz.

Matthias Schäfer im Gespräch mit mit Tobias Wald, wohnungsbaupolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion und der Leonberger Landtagsabgeordneten Sabine Kurtz.

„Nicht die Materialkosten sind in den letzten Jahren signifikant gestiegen, sondern die zunehmende Bürokratie verteuert das Bauen“, sagte Matthias Schäfer, Geschäftsführer MÖRK GmbH & Co. KG und richtete den Fokus gleich zu Beginn des Gesprächs auf einen der Gründe, warum seiner Ansicht nach die Baukosten immer höher werden. Angesichts der verschiedenen neuen landespolitischen Regelungen zum Bauen und Wohnen, die von Grün-Rot in den letzten Jahren verabschiedet und erlassen wurden, bestehe dringender Gesprächs- und Handlungsbedarf, stimmte Tobias Wald zu.

„Politik und Wirtschaft entfernen sich voneinander“, mahnte Matthias Schäfer im Hinblick auf die zunehmende Regulierung an. Auch die CDU-Abgeordneten betonten, dass sich diese beiden Sphären nicht generell mit Misstrauen begegnen dürften. „Vieles kann der Markt besser regeln als die Politik“, kritisierte der Landtagsabgeordnete aus Baden-Baden vor allem die unnötigen Erneuerungen in der Landesbauordnung aus dem Jahre 2014. U. a. sehe diese vor, dass auf Grundstücken, die nicht oder nur eingeschränkt begrünt werden können, in Zukunft die baulichen Anlagen begrünt werden müssen. Außerdem verpflichteten die neuen Regelungen dazu, pro Wohnung mindestens zwei wettergeschützte Fahrradstellplätze zur Verfügung zu stellen.

„Der Vorschriftenwahn der Landesregierung nimmt teilweise groteske Züge an“, hatte Sabine Kurtz kein Verständnis für diese gesetzliche Vorgabe. Auch mit Blick auf die Flüchtlingskrise brauche Baden-Württemberg unbedingt Wohnraum, doch die Landesregierung erschwere den Wohnungsbau zunehmend, sagte Tobias Wald.

„Die Baubranche braucht endlich mehr politisches Wohlwollen und Unterstützung um die große Aufgabe ausreichend Wohnraum für die Menschen zu schaffen in den kommenden Jahren zu lösen“, forderte der Leonberger Geschäftsführer. Sein Unternehmen verspreche schlüsselfertige Gebäude, deren Errichtung die aktuellen Vorschriften einhalte. Doch dies werde zunehmend komplexer und sei mit einem großen personellen Aufwand verbunden. „Die Anzahl der Vorschriften haben ein erträgliches Maß überschritten und stehen sich teilweise widersprüchlich gegenüber“, so plädierte Matthias Schäfer für weniger und verständlichere Regelungen. „Wir müssen wieder dahin kommen die vorhandene Innovations- und Kompetenzkraft der Bauindustrie frei zusetzen“.

Man war sich einig, den Dialog mit der Baubranche zu intensivieren und sich für den Abbau unnötiger Bürokratie einzusetzen. „Wir brauchen dringend neuen Wohnraum. Wirtschaft und Politik müssen hier an einem Strang ziehen!“, bekräftigte Sabine Kurtz abschließend.